Presse

Medien

Vom Regenwald zum Schäuferla:

Was das Handelsabkommen EU-Mercosur mit unserem Essen zu tun hat

Bundesregierung muss EU-Präsidentschaft nutzen, um Deal zu stoppen

Bamberg, 14.09.2020 – Ehrenamtliche informierten vergangenes Wochenende in der Bamberger Innenstadt über das Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Staaten des Mercosur sowie die damit verbundenen Gefahren für den Amazonas-Regenwald, die hiesige Landwirtschaft und den Zusammenhang mit dem Essen auf unseren Tellern, auch hier in Bamberg. “Dieses Abkommen heizt die Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes weiter an und verfestigt überholte ungerechte Handelsstrukturen”, sagt Franz Gerbig von Greenpeace Bamberg. “Während ihrer EU-Präsidentschaft muss die Bundesregierung daher jetzt die Chance nutzen und das zerstörerische Abkommen verhindern”, so Gerbig weiter.

Das Abkommen will die Handelsströme zwischen den vier südamerikanischen Mercosur-Staaten und der Europäischen Union ausbauen. So will Europa, allen voran Deutschland, mehr Autos, aber auch mehr giftige Pestizide nach Südamerika exportieren. Die Handelstreibenden auf der anderen Seite des Atlantiks versprechen sich durch die Reduzierung von Zöllen und Ausfuhrsteuern höhere Agrarexporte in die EU. Statt nachhaltige Tierhaltung in der EU zu fördern, sollen noch mehr Fleisch und Soja importiert werden. Die Rinderzucht sowie der Anbau von Soja und anderen Agrargütern sind in Brasilien aber Haupttreiber der Waldvernichtung. Denn für immer mehr Weide- und Anbaufläche muss immer mehr Regenwald weichen. Hierzulande werden die genmanipulierten Sojaimporte dann zur großen Mehrheit als Futtermittel in der Massentierhaltung verwendet. Mit den etwa 60kg konsumiertem Fleisch sorgt eine Person in Deutschland pro Jahr durchschnittlich umgerechnet für die Vernichtung einer Regenwaldfläche von der Größe einer Vierzimmerwohnung. Darüber hinaus wird mit dem Abkommen keineswegs Handel auf Augenhöhe getrieben – die Flaggschiffe europäischer (Auto-) Industrie gegen Agrarprodukte, die auf Ausbeutung und Zerstörung der Natur beruhen. Beides heizt zudem den Klimawandel an.

Brandbeschleuniger für die Zerstörung des Regenwaldes

Schon jetzt haben die Brände in Amazonien in diesem Jahr größeren Schaden angerichtet als in jedem der 13 vergangenen Jahre. In fast allen Fällen wurden die Feuer gezielt von Menschen gelegt, um landwirtschaftliche Flächen vorzubereiten. Wird das Handelsabkommen abgeschlossen, wird sich dieser Trend beschleunigen. “Dieser Deal aus dem letzten Jahrhundert schadet dem Amazonas-Regenwald, weiteren Ökosystemen und letztendlich dem globalen Klima”, sagt Gerbig aus der Bamberger Ortsgruppe.

Greenpeace setzt sich für eine Neuausrichtung von Handelsabkommen ein, die Klima- und Biodiversitätsschutz sowie soziale Gerechtigkeit respektieren und fördern.

Publikationen

Presseerklärungen abonnieren